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Ausflug in den goldenen Herbst

sittich

Bunter Papagei in buntem Laub: In seiner ganzen stillen Pracht streckte der Vogel seinen roten Schnabel in die herbstlich gefärbten Blätter eines Baums an der Maisacher Straße in Bruck. Ihn einzufangen, gelang zunächst nicht. Foto: Gehre

Fürstenfeldbruck - Ein kleiner blauer Sittich hat einen Ausflug aus seinem Käfig in den goldenen Herbst unternommen. Der Piepmatz rief allerlei Passanten, Anwohner und sogar Polizei sowie Technisches Hilfswerk (THW) auf den Plan.

Der Vorhang zur Vorstellung hob sich gegen 10 Uhr. Thomas Manzau schaute aus seinem Bürofenster und entdeckte das Tier. „Bei der Farbe habe ich mir gleich gedacht, dass das kein einheimischer Vogel ist.” Da der Sittich aber keine Anstalten machte, das Geäst zu verlassen, war guter Rat teuer. Deshalb holte ein Bekannter Manzaus in einem nahen Supermarkt ein paar Nüsse als Lockmittel. Der Halsbandsittich, den ein mittlerweile eingetroffener Vogelexperte als solchen identifizierte, dachte aber nicht daran, sich fangen zu lassen. Auch das Netz, das Christa Kröll, Inhaberin eines nahen Fitnessstudios organisiert hatte, brachte nichts.

Sogar die Polizei wusste keinen Rat. Daran konnte auch die Verstärkung in Form einer zweiten Streifenwagenbesastzung nichts ändern. Somit ruhten alle Hoffnungen auf den Helfern des technischen Hilfswerks (THW). Die waren angerückt, weil sich die Feuerwehr nicht zuständig fühlte.

Eine kurze Analyse der Lage, dann fuhren die Helfer ihr Einsatzfahrzeug unter den Baum. Womöglich in der Hoffnung, der blaue Vogel würde Helfer in Blau eher akzeptieren, ging es - ausgerüstet mit einem Kescher - aufs Dach. Beeindruckt hat das den Hauptdarsteller freilich wenig. Mit ein paar Flügelschlägen war er auf einem anderen Ast. Das Spiel begann von neuem. Schließlich kapitulierte auch das THW.

Dem Vogel selbst wurde der Wirbel wohl irgendwann zu viel. Er erhob sich in die Lüfte.

Schließlich gelang es dem Inhaber eines nahen Fitnesstudios, das Tier mit einer Nuss anzulocken. Für den Ausreißer ein echter Glücksfall. Denn die kalte Nacht hätte er im Freien kaum überlebt. Jetzt befindet sich der Piepmatz in der Obhut einer Vogelfreundin in Geltendorf, die sich um das Tier kümmert, bis sich sein Besitzer meldet. Bisher hat dieser allerdings noch nichts von sich hören lassen.

tog/www.merkur-online.de

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