Auf den Hund gekommen

Bettina Böttinger und Dackel Nicki. Foto: WDR
Bettina Böttinger spricht mit der Welt am Sonntag über ihre Tiersendung “Der Hundeprofi” und die Vorfreude auf die Verleihung der “Goldenen Kamera”.
Das Gespräch führte Jutta Laege.
Ein Leben ohne Hunde ist möglich aber sinnlos, findet Bettina Böttinger. Dabei war Rauhaardackel-Dame Nicki gar nicht so eingeplant im Leben der viel beschäftigten Fernsehfrau. Bei Recherchen zu einer Tiersendung sprang sie ihr ins Auge - und kurz darauf ins Körbchen. Die inzwischen geschätzte fünfzehn Jahre alte Hündin ist Böttingers ständige Begleiterin und hat es auch im Fernsehen zu einiger Berühmtheit gebracht. Ihr Frauchen produziert mit ihrer Kölner Firma “Encanto” seit elf Jahren Tiersendungen, in denen Hunde und Besitzer lernen, wie sie fröhlich und friedlich miteinander umgehen. Jetzt könnte es zum ersten Mal eine Auszeichnung dafür geben. Böttingers Format “Der Hundeprofi” mit Hundetrainer Martin Rütter ist am Samstag in Berlin für die “Goldene Kamera” nominiert.
Welt am Sonntag: Sie waren dreimal mit Ihren Talkshows für den Grimmepreis nominiert. Jetzt ist “Der Hundeprofi” bei der “Goldenen Kamera” mit unter den letzten dreien. Wieso hat es eigentlich nie mit einer TV-Auszeichnung geklappt?
Bettina Böttinger: Das kann ich Ihnen nicht sagen, aber als Rheinländerin sage ich dazu nur: Et kütt wie et kütt. Jedenfalls bin ich diesmal erstmals als Produzentin für einen Preis nominiert, und das freut mich sehr!
Welt am Sonntag: Rechnen Sie sich denn diesmal Chancen aus?
Böttinger: Das ist ganz schwierig. Vox ist ja ein ziemlich kleiner privater Sender, das heißt: Unsere Sendung sehen gar nicht so viele. Wohingegen die anderen beiden Nominierten, Restauranttester Rach und Schuldenberater Zwegat, einen Job machen, den Millionen Menschen verfolgen. Also, wenn es vor der Wahl einen Einspieler gäbe und der TED würde entscheiden, dann würde ich voll auf die emotionale Kraft des Pelztieres Hund setzen. Da aber der Sieger schon ausgewählt ist, sind wir wohl David gegen Goliath.
Welt am Sonntag: Es gibt Promis, die würden solche Veranstaltungen lieber schwänzen, aus Sorge, erneut leer auszugehen …
Böttinger: Nein. Ich freu mich wirklich wie Bolle. Wir können gar nicht verlieren, wir sind die Kleinen am Rande. Und ich glaube, selbst die “Hörzu”- und die Vox-Kollegen haben sich über die Nominierung gewundert. Wir werden also nach Berlin fahren und einen Riesenspaß haben.
Welt am Sonntag: Die Konkurrenten im Wettbewerb gehören in die Kategorie derer, über die öffentlich-rechtliche Fernsehmacher gerne mal die Nase rümpfen …
Böttinger: Grundsätzlich bin ich ja ein Fan des “Dualen Systems”. Und ich finde, dass überhaupt kein Öffentlich-Rechtlicher das Recht hat, über solche Formate die Nase zu rümpfen. Mal ganz abgesehen davon, dass Zwegat zuerst im WDR-Fernsehen aufgetreten ist. Offensichtlich hat RTL das Format sehr erfolgreich ausgebaut. Ich finde es sehr überzeugend, und ich gucke auch Rach einfach gerne. Er hat Ahnung vom Kochen und kann sehr gut mit den Menschen umgehen. Das sind für mich Formate, die durchaus im öffentlich-rechtlichen Fernsehen laufen könnten. Im Übrigen gilt Ähnliches für unseren “Hundeprofi” auch. Martin Rütter lief zuerst im WDR in unserer Sendung “Eine Couch für alle Felle”. Da ist ja auch zu Beginn mein Dackel Nicki drübergehüpft.
Welt am Sonntag: Damals gab’s keine TV-Preise. Was spricht denn heute für Ihre Sendung?
Böttinger: Wir haben ja schon 1999 die Sendung “Ein Heim für alle Felle” gemacht - aus dem Tierheim Köln-Dellbrück. Da waren wir tatsächlich Vorreiter. Und wir sind natürlich mit der Zeit gegangen. Der “Hundeprofi” ist aufklärerisch und auf eine großartige Weise unterhaltsam. Wir geben Einblicke in Hundeseelen und spiegeln auch die Gesellschaft. Das ist natürlich auch das Verdienst von Martin Rütter. Ich seh’ mich noch die Hundeschulen abklappern nach einem geeigneten Hundetrainer für die “Couch”-Sendung. Bis ich mit einer Kollegin auf Martin traf. “Mensch”, dachten wir, “der sieht gut aus, der kommt sympathisch rüber, der hat Sachverstand.” Und das wichtigste: Er kann nicht nur mit Hunden, der kann auch mit Menschen. Und er hat einen sehr schönen Leitsatz: “Hunde brauchen eine Aufgabe, sonst werden sie eine!” Wenn ich einen Hund acht Stunden allein zu Hause lasse, darf ich mich nicht wundern, wenn er anfängt, an Socken, Sofas oder sich selbst zu nagen. Aber die Menschen nehmen zunehmend die Hilfe von Hundeschulen in Anspruch, wollen dazulernen. Das ist auch die Grundlage für den Erfolg eines solchen Formates wie “Der Hundeprofi”.
Welt am Sonntag: Der bekommt ja nun noch prominente Unterstützung im wahrsten Sinne. Ab März sehen wir bei Vox Ihre Produktion “Der VIP-Hundeprofi”. Läuft’s im deutschen Fernsehen derzeit nur mit Promi-Unterstützung?
Böttinger: Nein, das sind zwei wirklich unterschiedliche Formate. Aber natürlich gilt für beide Sendungen: Wenn man mit Hunden arbeitet, kann man sich auch ein Bild vom Menschen machen. Und Probleme mit ihren Tieren haben Prominente eben auch. Die sind auch für den Zuschauer nachvollziehbar. Bei Ross Antony und seinen Pinschern zum Beispiel. Da gab es zwischen ihm und seinem Partner sehr unterschiedliche Ansichten von Hundeerziehung. Oder Nina Ruge, die wirklich sehr intensiv und liebevoll mit ihrem Hund umgeht. Und trotzdem haut der gelegentlich vor lauter Begeisterung ab.
Welt am Sonntag: Woher kommt Ihre Hundeliebe?
Böttinger: Frühkindliche Prägung auf Rauhaardackel, würde ich sagen. Ich besuchte mal ein Jahr lang eine Dorfschule. Damals bekam ich meinen ersten Dackel, der hieß sinnigerweise Pucki, wie sonst nur Wellensittiche genannt werden, und war total neurotisch. Aber wir waren ein Herz und eine Seele. Als Studentin schenkte mir eine Freundin meinen Dackel “Piefke”, der immerhin 16 Jahre alt wurde. Und nun eben Nicki. Seit elf Jahren sind wir fast unzertrennlich. Sie fährt U-Bahn, sie fährt Zug, sie fliegt mit. Nicht wenige behaupten, dass ich zumindest im Alltag frisurentechnisch meinem Dackel ähnlich sehe - wir sind beide strubbelig! Ich pflege eher zu sagen, dass wir gut zusammen passen - schon wegen der Größe!







Ich finde das ganz super, dass es solche Menschen gibt, die sich Gedanken um Hunde machen und einsehen, dass ein Leben ohne Hund wirklich sinnlos ist!
Ich mag vorallem Tiersendungen und bin traurig, dass es nicht mehr so viele gibt. Aber der Dackel ist ja sooooo süß! Solche treuen Begleiter gibt es überall! Da hat man immer Spaß mit dem Hund um sich!