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Arthrose bei Hund und Pferd

Arthrose ist eine Degeneration des Gelenkknorpelgewebes mit Knochenschädigung und entzündlich bedingter Schrumpfung der Gelenkkapsel. Arthrotische Veränderungen können sich über viele Jahre entwickeln – ohne wesentliche funktionelle Veränderung. Die Arthrose ist eine chronisch degenerative Gelenkerkrankung, die vorwiegend infolge eines Missverhältnisses zwischen Beanspruchung und Beschaffenheit bzw. Leistungsfähigkeit der einzelnen Gelenkanteile und Gewebe besteht. Das bedeutet, dass traumatisch-mechanische Einwirkungen auf den Knorpel begünstigend wirken, genauso wie ständige Überbelastung des Gelenks. Vornehmlich das Alter führt zum Verbrauch des Gelenkknorpels an mechanisch und funktionell stark beanspruchten Gelenken.

Die Arthrose beginnt mit Schäden an Knorpel und Synovialis, die Gelenkinnenhaut, die die Innenseite von Gelenken auskleidet und die Gelenkflüssigkeit produziert. Im weiteren Verlauf nehmen die Schäden zu und dehnen sich auf andere Gelenkanteile, Knochen, Bänder usw. aus, bis das Gelenk deformiert ist und seine Funktion ganz oder teilweise eingebüßt hat.

Die Arthrose kann als Folge einer anderen Erkrankung - etwa einer Gelenksentzündung entstehen (sekundäre Arthrose), oder mit einer überlastungsbedingter Ergussbildung (sekundäre Entzündungsreaktion) einhergehen (aktivierte Arthrose).

Nach schulmedizinischer Sicht gilt die Arthrose als nicht heilbar. Allerdings kann das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt oder gestoppt werden.

 

Ursachen
Vorzeitiges Altern des Knorpelgewebes, Vererbung, konstitutionelle Schwäche des Knorpels, funktionelle Überbelastung, Fehlstellungen, starke Beanspruchung von Jugend an, falsches Reiten

 

Symptome:

Wiederkehrende Lahmheiten, später permanente Lahmheiten. Steifigkeit, die sich bei Belastung, kaltem/nassem Wetter und nach Ruhephasen verstärkt. Typisch sind Anlaufschmerzen: Hund/Pferd läuft sich ein.

Beim Hund

  • Verminderte Aktivität, möchte nicht mehr so gerne Gassi gehen, springen oder Treppen steigen.
  • Schwierigkeiten beim Aufstehen und/oder Hinlegen.
  • Anlaufschwierigkeiten nach längerem Liegen, steifer Gang.
  • Lahmheit, bleibt beim Spazierengehen zurück.
  • Buckelhaltung / Aufbäumen des Rückens (bei arthrotischen Schmerzen im Rücken/Sacrum.)
  • Emotionale Verhaltensänderungen wie Melancholie, gesteigerte Aggressivität (Schmerzen) oder generelle Berührungsempfindlichkeit.
  • Lecken oder Nagen im Bereich eines bestimmten Gelenks.
  • Bereits feststellbare Einschränkungen der Gelenksfunktion.

Beim Pferd

  • Lahmheit - später oft auch abwechslungsweise Vorder- und Hinterhand.
  • Steifigkeit, steifer Gang, knackende Gelenke.
  • Stolpern und Einknicken der Gelenke beim Gehen.
  • Schmerzhafte Muskelverspannungen im Rücken.
  • Schmerzen im Bereich des Sacrum (Kreuzbein).
  • Bereits feststellbare Einschränkungen der Gelenksfunktion.
  • Krankheiten wie Spat oder Schale

 

 

Diagnose:
Röntgenaufnahme

 

Therapie:
Weil Veränderungen am Knorpel irreparabel sind, beschränkt sich die Therapie auf Linderung der Schmerzen und Schonung des Tieres.

Die Schulmedizin behandelt Arthrose mit auch mit Glukokortikoiden (Kortison), die überraschend die Symptome lindern können, jedoch auf Dauer die Knorpelzerstörung begünstigen. Bei der Therapie mit nicht-steroidale Entzündungshemmer ist auf den Magen zu achten. Hyaluronsäure ist grundbaustein des Knorpels und soll, direkt ins Gelenk gespritzt, das Gelenk schmieren und Reibung verhindern. Der Erfolg dieser Methoden ist von Tier zu Tier unterschiedlich.

Mit Humoraltherapien, vor allem Blutegeltherapie und Aderlass, werden anhaltende Besserungen erzielt. Allerdings ist jedes Gelenk aufgrund Lage und spezifischer Problematik anders zu behandeln. Auch die Phytotherapie ist zu empfehlen.

Dem Hund sollte ein warmes, gut gepolstertes Lager angeboten werden, das vor Wind, Zug und Feuchtigkeit geschützt ist. Dem Pferd können Wärmebandagen oder Stallbandagen angelegt werden. Die Tiere sollten regelmäßig schonend bewegt werden.

 

 

 

Quellen:

Praktikum der Hundeklinik, Niemand/Suter, Nachdruck der 9. Auflage

www.animal-touch.ch


 

 


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