Ist die Katze gesund, freut sich der Mensch - Tipps für den Ernstfall
Die gesunde Katze hat ein glänzendes Fell, einen aufmerksamen Blick, klare Augen, eine aufrechte Körperhaltung sowie einen gesunden Appetit und eine gute Verdauung. Sie bewegt sich locker und leicht, ist aufmerksam und sucht die Nähe des vertrauten Menschen. Dieser wiederum erkennt es, wenn es der Katze nicht gut geht und sie sich ungewöhnlich verhält.
Hier einige messbare Werte der gesunden Katze:
Körpertemperatur 38 – 39,5 Grad Celsius. Wird durch Messen im After ermittelt.
Puls: 120 – 140 Schläge pro Minute. Gemessen wird an der Innenseite des Oberschenkels.
Atmung: 20 bis 30 Atemzüge pro Minute. Die Atmung ist am Rippenbogen und am Bauch sichtbar, am besten, wenn die Katze auf der Seite liegt. Um die Atemfrequenz zu messen, zählt man 15 bzw. 30 Sekunden, wie oft sich der Brustkorb hebt. Diesen Wert einfach vervierfachen bzw. verdoppeln.
Schleimhäute: rosa, feucht. Am Zahnfleisch und an den Konjunktiven des Auges zu erkennen.
Ist die Katze gesund? Eine Checkliste
- Bauch und Flanken sind weder eingefallen noch übermäßig aufgetrieben.
- Die Katze bewegt sich ohne erkennbare Behinderung beim Laufen, Springen und Toben.
- Sie ist aufmerksam, neugierig, nicht aggressiv, kontakt- und spielfreudig.
- Die Katze frisst ihr Futter mit gutem Appetit, sie trinkt weder zu viel noch zu wenig.
- Die Augen sind klar, ohne Absonderung. Die Bindehaut ist rosa.
- Das Fell ist dicht, ohne Verfilzungen.
- Die Haut ist glatt und elastisch.
- Die Nase ist trocken, warm und ohne Ausfluss.
- Die Ohren sind sauber und geruchsfrei.
- Die Schleimhaut im Mund und das Zahnfleisch sind zartrosa, die Zähne weiß und ohne Zahnstein.
- Die Atmung geht ruhig und gleichmäßig.
- Die Ballen haben keine Wunden oder Risse. Die Krallen sind normal abgewetzt, nicht gesplittert oder eingerissen.
- Die Verdauung ist geregelt ohne Probleme beim Absetzen.
Katzen ertragen Schmerzen und Krankheit offenbar ohne Klagen und geduldig. Viele ziehen sich zurück. Der Katzenbesitzer ist zu besonderer Aufmerksamkeit verpflichtet, um eine Krankheit möglichst früh zu erkennen.
Katzenapotheke
Um kleinere Beschwerden und Verletzungen behandeln zu können, für die Pflege kranker Katzen und die Erstversorgung bei Unfällen sollte eine Katzenapotheke im Haus sein. Die Grundausstattung:
- Fieberthermometer
- Verbandsmaterial (Kompresse, elastische Binde, Watte, Klebeband)
- Desinfektionsmittel (alkoholfreies Spray zur Wunddesinfektion oder Wasserstoffperoxid)
- Schere und Pinzette (abgerundete Spitzen)
- Wundsalbe/Vaseline
- Cold/Hot Packs
- Wolldecke
- Zeckenzange
Erste Hilfe im Notfall
Vergiftungen
Erwachsene Katzen fressen nur selten unbekannte Stoffe. Vergiftungen treten in erster Linie in Erscheinung, wenn sich die Katze beim Putzen Verunreinigungen und damit etwas Giftiges aus dem Fell leckt. Gefährdeter sind Jungtiere, die im Spiel an allem knabbern.
Symptome: Erbrechen, Speicheln, Zittern, Krämpfe, Apathie, Untertemperatur, Kollaps.
Umgehend zum Tierarzt. Wenn möglich, Pflanze/Beipackzettel bzw. Verpackung des Giftstoffes mitnehmen.
Bissverletzungen
Durch Katzenkämpfe oder Hundebisse können tiefe Wunden entstehen. Schlimme Verletzungen sollten immer vom Tierarzt behandelt werden, da sich schnell ein Abszess bilden kann. Kleinere Wunden reinigen und desinfizieren, eventuell Wundverband machen.
Stiche
Katzen schlagen häufig nach Bienen und Wespen – und werden schnell gestochen. Den Stachel entfernen und die Stichstelle mit kaltem Wasser oder Eis kühlen. Stiche im Mund oder Rachen können die Atmung blockieren, wenn sie anschwellen. Ab zum Tierarzt.
Hitzschlag
Ist die Katze starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt (zum Beispiel auf dem Balkon), kann ihr Körper die Wärme nicht mehr abführen. Die Katze bekommt einen Hitzschlag.
Symptome: flacher Atem bei geöffnetem Mund, Speicheln, eventuell Ohnmacht.
Ab in den Schatten, Körper vorsichtig mit einem nassen Tuch kühlen und mit Wasser bespritzen. Zum Tierarzt.
Verbrennungen
Betroffen sind häufig die Pfoten, wenn die Katze über die heiße Herdplatte läuft. Verbrannte Hautstellen mit kaltem Wasser betupfen oder ein Cold Pack auflegen. Bei großflächigeren Verbrennungen die Wunde mit einem Tuch oder Verband abdecken und die Katze zum Tierarzt bringen.
Sturz
Beim Sturz aus einem Fenster oder vom Balkon zieht sich eine Katze neben Knochenbrüchen oft innere Verletzungen zu. Deshalb sollte zur Sicherheit der Tierarzt einen Blick auf den Patienten werfen, selbst wenn ihm äußerlich nichts fehlt.
Soforthilfe bei Unfällen
Was kann ich tun, bis der Tierarzt die Katze versorgt?
Die Katze ist bewusstlos:
Die Katze sollte mit der rechten Seite auf eine Decke gelegt werden. Den Mund leicht öffnen, die Zunge herausziehen, die Atemwege frei machen. Warm halten.
Schock:
blasse Schleimhäute, flache Atmung, kalte Pfoten, Apathie, Bewusstlosigkeit. -> Seitenlagerung, für frische Luft sorgen, warm halten.
Blutende Wunden:
Wunde säubern, Watte oder Zellstoff bzw. Papiertaschentücher in mehreren Lagen auflegen und mit Binde (Strumpf oder Krawatte) umwickeln. Den Druckverband nach 30 Minuten lockern.
Knochenbrüche:
Das verletzte Tier sollte so gelagert werden, dass die Bruchstelle nicht belastet wird. Warm halten und zum Tierarzt.






